Erste Hilfe statt guter Wettkampfplatzierung – Fairplay beim Triathlon Verl

Bielefelder Schwestern Sandra und Ramona Wullenkord mit vorbildlichem Einsatz

Die nackten Zahlen des letzten Wettkampfs der NRW-Liga beim Triathlon Verl besagen, dass Ramona und Sandra Wullenkord vom TSVE 1890 Bielefeld ihr Rennen über eine Sprintdistanz nach 1:42:45 Stunden auf den Rängen 45 und 46 beendet haben. In der Teamwertung bedeutete dies den drittletzten Rang für die Bielefelderinnen. Das hatten sich die abstiegsbedrohten Ostwestfalen anders vorgestellt.

Ein genauerer Blick auf die Ergebnisliste lässt allerdings schon erahnen, dass die beiden Schwestern nicht einen „schlechten“ Tag erwischt haben, sondern den Verler Wettkampftag zu einem „besonderen“ gemacht haben. Denn hinter den beiden ist das Trio von Mach 3 Köln aufgelistet. Sina Böhne, Nina Apushkinskaya und Carolyn Meyer mussten das Rennen leider vorzeitig beenden, da Sina Böhne nach einem Radsturz einen zweifachen Bruch des Handgelenks erlitten hat.

Ein wenig Glück im Unglück hatte die Kölnerin, dass neben ihren Teamkameradinnen auch Sandra und Ramona Wullenkord an der Unfallstelle hielten und Ramona als ausgebildete Ärztin die Erstversorgung übernahm. Die Bielefelderin stieg für die ersten medizinischen Maßnahmen auch mit in den Rettungswagen. Dass Wullenkord diesen nach getaner Arbeit schnell wieder verließ, lag nicht am sportlichen Ehrgeiz der Schwestern, sondern an einem zweiten Radunfall, bei dem die Ärztin ebenfalls die Erstversorgung gewährleistete. Letztlich stiegen beide Wullenkords wieder auf ihr eigenes Rad und beendeten den Wettkampf gemeinsam auf den hinteren Rängen.

„Beide Wullenkord-Schwestern haben ohne zu zögern ihren eigenen Wettkampf hinten angestellt, um andere Teams zu versorgen. Das ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr üblich“, erklärt NRWTV-Breitensport-Beauftrage Beate Pelani. „Wir haben uns als Verband in Verl schon bei den zweien bedankt und möchten dies auch auf diesem Wege noch einmal tun“, ergänzt Liga-Leiter Norbert Aulenkamp, der zusammen mit Pelani ebenfalls in Verl aktiv war. „Ein solches Verhalten ist vorbildlich und kann nicht hoch genug geschätzt werden.“

Für Sandra und Ramona Wullenkord ist es selbstverständlich, anderen ihre Hilfe anzubieten. Ramona hatte eine vergleichbare Situation schon einmal und konnte seinerzeit das Team vom Krefelder Kanu Klub mit ihrer medizinischen Hilfe unterstützen.

Stellvertretend für das Mach 3-Team haben sich die Athletinnen und auch Teamleiterin Valerie Dorschel, die sich um die parallel erforderliche Organisation kümmerte, mehrfach bei den zwei Bielefelderinnen bedankt. „Danke an Nina und Caro. Ihr seid großartig und habt gezeigt, was ein ‚Team sein‘ heißt. Danke an Sandra und Ramona, die auch an der Strecke da waren und mitversorgt haben“, schrieb der Pechvogel Sina Böhne auf facebook. Gute Besserung.

Ach ja, Rang 13 in der Endtabelle mit drei Punkten mehr als das Tri Team Wuppertal auf Platz 15 reichte Bielefeld für den Klassenerhalt. Aber das nur am sportlichen Rande…

(Foto: Valerie Dorschel, Teamleiterin Mach3 Köln - dankeschön)